Das Verpackungsgesetz löst ab 01.01.2019 die Verpackungsverordnung ab!

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Ungemach droht auch für den Imkern, der einen Online-Shop betreibt und Honiggläser in Verkehr auch über den Handel bringen. Die nachfolgenden Ausführungen sind nicht vollständig und beziehen sich vor allem auf die Verantwortung für die rechtmäßige Registrierung und Anmeldung von Verkaufsverpackungen. Kleinunternehmen und Mittelständler, so wie auch Onlinehändler und Privatpersonen, die gewisse Mengen bei ebay oder amazon verkaufen, werden zukünftig verstärkt in die Pflicht genommen. Eine komplette Neufassung der Verpackungsverordnung, wie sie zuletzt 1998 vorgenommen wurde, ist für den 01.01.2019 vorgesehen und kann unter Umständen deutliche Änderungen herbeiführen. Dann wird die Verpackungsverordnung nämlich von dem neuen Verpackungsgesetz (VerpackG) abgelöst.

Die wichtigsten Veränderungen der VO Novelle im Überblick:
Es dürfen von allen Händlern jetzt nur noch solche Verpackungsmaterialien verwendet werden, die ordnungsgemäß registriert und bei einem dualen System lizensiert sind. Zuwiderhandlungen werden mit einer Ordnungswidrigkeit zunächst bestraft.
Die vorher bestehende Option der Entsorgung von Verpackungsmaterial durch Sie als Händler ist mit der jetzt geltenden Verpackungsverordnung nicht mehr zulässig.
Versandhändler sind dazu mit Inkrafttreten der aktualisierten Verpackungsverordnung dazu verpflichtet, die genutzten Verpackungsmaterialien entweder selbst zu lizensieren oder nur noch auf solche zurück zu greifen, die bereits von dem jeweiligen Hersteller der Packmaterialien registriert wurden. Also können Sie bei Bezug und Weiterverkauf von Honig, Pollen, Propolis, Honigmet usw. nicht mehr darauf vertrauen, dass Ihr Lieferant die Lizenz bezahlt.  Dies umfasst Verkaufsverpackungen ebenso wie Transportverpackungen oder Kartonagen und alles verwendete Füllmaterial (Versand von Imkereizubehör).
Im Gegensatz zu der vorher geltenden Regelung, dass Sie als versendende Partei den Empfänger über Rücknahme und Entsorgung zu belehren haben, sind Sie hierzu seit dem Inkrafttreten der Verpackungsverordnung 2017 nicht mehr verpflichtet.

Aber keine Panik, noch gibt es die Ausnahmen

Ausnahmen von der Verpackungsverordnung 2017
Ohnehin ausgenommen von der Verpackungsverordnung sind seit jeher private Anbieter, die nur gelegentlich und nicht gewerblich Waren über eBay oder andere Internet-Plattformen anbieten und verkaufen. Für die Branche wichtiger ist eine Ausnahmeregelung, die sich auf verwendete Jahresmengen bezieht und die Verpackungsverordnung aussetzt, sollten diese Mengen unterschritten werden, was vor allem kleinen Händlern und Gewerbetreibenden das Leben erleichtern soll. Die Mengen an Verpackungsmaterial per annum (unten als t/a – Tonnen pro Jahr – angegeben) sind dabei recht großzügig ausgelegt. So sind Händler von der Verpackungsverordnung nicht betroffen, wenn sie nicht mehr als 80 t/a an Glasverpackungen, nicht mehr als 50 t/a an Papier und Kartonage-Verpackungen und nicht mehr als 30 t/a an Verbundstoffen, Weißblechen und Aluminiumverpackungen versenden.
Ausnahmen in der Verordnung bei der Unterschreitung folgender Jahresmengen:
mehr als 80 t/a Glas- oder
mehr als 50 t/a Papier/Pappe/Karton- oder
mehr als 30 t/a Aluminium/Weißblech/Kunststoffe/Verbunde

Aber Nein, schön wäre es gewesen:

Wer hat schon 80 Tonnen /anno, aber das Problem ist nur verlagert. Liefern Sie beispielsweise an eine Lebensmittelkette, diese wird die Grenzen allemal überschreiten und natürlich versuchen, die Kosten auf ihre Lieferanten (also Sie als Erzeuger) zu verlagern. Damit werden die regionalen Produkte wieder aus den Regeln kommen, falls der Gesetzgeber Ernst macht.

Dies darf nicht sein. Die Verbände sind aufgerufen, zu verhindern, dass den Imkern die Plattform des Handels erschwert wird. Diskutieren Sie das Thema und regen Sie eine Petition an. Verschlafen Sie nicht, sich zu wehren. Der heimische regionale Honig muss im Handel weiterhin präsent sein.

Neben dem Verpackungsgesetz ist noch eine weitere Hürde zu nehmen, immer mehr Lebensmittelhändler wollen, dass die Lieferanten zertifiziert sind, eine BIOLAND oder DEMETER Lizenzierung genügt oft nicht. Die Food-Zertifizierung kostet jedoch dem Imker jährlich weitere 1000,00 €; das ist hart. Hierzu berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt.

 

1 KOMMENTAR

  1. Hallo,
    da hab ich ja nochmal Glück gehabt. Oder auch nicht.
    Ich verkaufe ca. 150 kg Honig meiner Bienen im Jahr ausschließlich in selbst gekauften (nicht DIB) Gläsern. Bleibe also somit unter der weiterhin bestehende Jahresfreimenge an Glas und sonstiger Verpackung.
    Habe im Internet nach dieser Ausnahme gesucht und habe keine verbindliche Seite dazu gefunden. Es gibt vereinzelt Seiten wo diese Freimenge erwähnt werden, mehr aber auch nicht. Und schon erst recht nicht das die Freimengen aus der Verordnung auch für das kommende Gesetz gelten.
    Eventuell bin ich einfach nicht fähig richtig zu suchen. Ein Link auf eine „offizielle“ Seite wäre schön gewesen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ein Imker

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